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Warum bekomme ich keine Erektion, obwohl ich erregt bin?

Warum bekomme ich keine Erektion, obwohl ich erregt bin?

Bei vielen Männern kommt es gelegentlich vor, dass sie zwar erregt sind, aber keine Erektion bekommen. Ein Warnsignal? Nicht unbedingt! Etwa 150 Millionen Männer leiden weltweit an einer erektilen Dysfunktion, wie Erektionsstörungen in der Fachsprache bezeichnet werden. Sie liegt allerdings erst dann vor, wenn über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten die Mehrzahl der Vereinigungen misslingt.[1]
Dies kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, die im Idealfall von einem Arzt abgeklärt werden sollten. Mehr zu den Ursachen für Erektionsstörungen lesen Sie hier.

Um zu verstehen, warum eine Erektion trotz Erregung ausbleibt, lohnt sich eine genauere Analyse des sexuellen Reaktionsmechanismus eines gesunden Mannes – eine hochkomplexe Angelegenheit, die in der Regel in folgenden Schritten abläuft:

  1. Durch unterschiedliche Reize und erotische Vorstellungen wird Stickstoffmonoxid gebildet und freigesetzt.
  2. Das Stickstoffmonoxid aktiviert das Enzym Guanylatcyclase. Dieses Enzym sorgt für die Umwandlung von Guanosintriphosphat (GTP) in zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) – chemischer Botenstoff, der bewirkt, dass durch Muskelentspannung u.a. eine Weitung der Gefäße in Penis- und Eichelschwellkörper stattfindet. Dadurch strömt 20 bis 100 Mal mehr Blut in die Schwellkörper.
  3. Das venöse Blut wird gedrosselt und führt zur prallen Füllung der Schwellkörper …
  4. … was zur Erektion führt.[2]

Nach der Erektion wird das cyclische Guanosinmonophosphat (cGMP) durch das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5) zu Guanosinmonophosphat (GMP) abgebaut.

Dieser Vorgang kann nun aufgrund unterschiedlicher Ursachen (z.B. Diabetes, Bluthochdruck, psychische Faktoren) gestört sein, wodurch die Erektion gar nicht erst zustande kommt oder nicht lange genug aufrechterhalten werden kann, um eine befriedigende sexuelle Aktivität durchzuführen. In diesem Falle können sogenannte Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) Abhilfe verschaffen. PDE-5-Hemmer blockieren das Enzym Phosphodiesterase-5 selektiv, wodurch der Abbau von cyclischem Guanosinmonophosphat zum unwirksamen Guanosinmonophosphat für Stunden verlangsamt bzw. verhindert wird.

Das hat eine verlängerte Erweiterung der glatten arteriellen Gefäßmuskulatur und damit eine Aufrechterhaltung des Erektionsmechanismus zur Folge. Doch keine Sorge: Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass Sie nach der Einnahme eine Dauererektion haben, wie Sie hier nachlesen können.

Fazit:
Wenn Sie über einen längeren Zeitraum mit Erektionsstörungen zu kämpfen haben, sollten Sie den Rat eines Arztes suchen. Die Ursachen hierfür können ganz unterschiedlich sein, doch nach einer gründlichen Diagnostik des Fachmanns erfahren Sie in der Regel Erleichterung. Die Einnahme von verschreibungspflichtigen PDE-5-Hemmern mit dem Wirkstoff Sildenafil, Vardenafil, Avanafil oder Tadalafil gehört z.B. zu den Standardmedikamenten bei klinisch relevanten Erektionsstörungen. Diese Wirkstoffe entfalten ihre gefäßerweiternde und durchblutungsfördernde Wirkung direkt am Schwellkörper des Penis und ermöglichen wieder einen befriedigenden Geschlechtsverkehr.

  1. Sökeland J, Rübben H. Taschenlehrbuch Urologie. 14., vollständig überarbeitete Auflage, Georg Thieme Verlag KG, 2008 [Google Books]
  2. https://fachwelt.aliud.de/aktuell/indikationsthemen/informationen-zu-tadalafil-al/

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