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Tritt Impotenz nur bei älteren Männern auf?

Tritt Impotenz nur bei älteren Männern auf?

Weltweit leiden rund 150 Millionen Männer an einer erektilen Dysfunktion, wie Erektionsstörungen in der Fachsprache bezeichnet werden. Tatsächlich können sie in jedem Alter auftreten, allerdings zeigt sich mit dem Älterwerden auch ein erhöhtes Risiko für Erektionsstörungen:
In der Gruppe der 30- bis 40-Jährigen leiden etwa 2,3%, bei den 70- bis 80-Jährigen etwa 53% unter Potenzstörungen. Zwischen dem 30. und 80. Lebensjahr sind weltweit und in Deutschland etwa 19% [1] aller Männer betroffen. Rund 40% der über 40-jährigen Männer in Deutschland klagen zumindest zeitweilig über Erektionsstörungen[2] – Zahlen, die beweisen, dass Impotenz ein Thema für Männer aller Alternsgruppen sein kann.
Insbesondere bei jüngeren Betroffenen gehen Potenzprobleme auf psychische Ursachen zurück. Hier können eine Menge emotionale Faktoren eine entscheidende Rolle spielen.[3]

Mögliche psychische Ursachen für Erektionsstörungen sind z.B.:

  • Beziehungsprobleme
  • Depressionen
  • Stress & Leistungsdruck
  • Versagensängste
  • Zu hohe Erwartungshaltung
  • Traumatische sexuelle Erlebnisse
  • Unsicherheit über die sexuelle Orientierung

Doch auch der allgemeine Lebensstil kann ausschlaggebend für eine erektile Dysfunktion sein: Medikamente wie Antidepressiva, Antihistaminika oder allgemein hormonell wirksame Präparate erhöhen die Möglichkeit einer Erektionsstörung ebenso wie ein übermäßiger Drogen- oder Alkoholkonsum[1]. Heute wissen Mediziner, dass rund 90% der Erektionsstörungen auf organische Ursachen zurückzuführen sind.
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass nur rund jeder zehnte Patient unter einer psychischen Ursache der erektilen Dysfunktion leidet. 80% aller Fälle gehen auf kardiovaskuläre bzw. metabolische Ursachen zurück – also auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen[4]. Hierzu zählen insbesondere Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen[1].
Auch ein langjähriger Tabakkonsum fördert eine fortschreitende Arteriosklerose und damit auch Potenzstörungen. Viele dieser Krankheiten gehen oft mit zunehmendem Alter einher, können durchaus auch aber bei Jüngeren auftreten. Außerdem gibt es eine Reihe weitere körperliche Ursachen von Impotenz.

Mögliche körperliche Ursachen für Erektionsstörungen:

  • Prostataleiden
  • Arteriosklerose
  • Multiple Sklerose

  • Rückenmarksverletzungen
  • Hormonstörungen

Fazit:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jeder erwachsene Mann ab und an von Erektionsstörungen betroffen sein kann, bei lang anhaltenden Beschwerden aber immer ein Arztbesuch ratsam ist. Nur ein Fachmann kann abklären, ob sich hinter der Flaute im Bett eine vermeintliche erektile Dysfunktion verbirgt. Sicher ist auch, dass nach einer ärztlichen Diagnose, Erektionsstörungen in den meisten Fällen je nach Ursache gut behandelt werden können und Sie nach einer entsprechenden Therapie, Ihr erfülltes Sexualleben schnell wieder zurückerlangen können.
Welche Möglichkeiten der Behandlungen es gibt, lesen Sie hier.

  1. Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W. Facharztwissen Urologie; Differenzierte Diagnostik und Therapie. 3. Auflage, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2014, Seite 534
  2. Sökeland J, Rübben H. Taschenlehrbuch Urologie. 14., vollständig überarbeitete Auflage, Georg Thieme Verlag KG, 2008 [Google Books]
  3. https://www.dokteronline.com/de/blog/krankheit/erektionsstoerungen-alter
  4. Siegenthaler W. Siegenthalers Differentialdiagnose; Innere Krankheiten – Vom Symptom zur Diagnose. 19., vollständig neu bearbeitete Auflage, Georg Thieme Verlag KG, 2005, Seite 50

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